Nane in Ausbildung – Teil 6

Hallo, hier bin ich wieder, die Nane !

Ich freue mich, dass Ihr dabei seid.

Heute möchte ich Euch wieder etwas zum Thema „unterwegs“ erzählen. Ich finde es nämlich wirklich prima, wenn meine Freundin am Ende der Leine und ich mit dem Bus oder einer Bahn irgendwo hinfahren. Ich bin schon immer gerne „transportiert“ worden und habe niemals Angst gehabt.

Wenn ich mich immer davor gruseln würde, in irgendwelche Fahrzeuge, die uns von einem zum anderen Ort bringen, einzusteigen und mitzufahren, könnte ich Katrin nicht begleiten und auch später nicht meine Arbeit als Assistenzhündin verrichten, denn ich muß ja dann auf sie aufpassen und nicht sie auf mich.

Am tollsten ist es, wenn wir mit dem Zug fahren. Die Leute, die herumgehen und kontrollieren, zeigen nahezu immer viel Verständnis für Katrins Situation.

Das ist gut für meine Freundin, denn wenn sie immer erklären müsste, warum ich dabei bin und dass sie mich ganz dringend braucht, weil ihr sonst etwas passieren kann, dann würde dies bedeuten, dass jede Fahrt für sie wesentlich anstrengender ist.

Wenn sie schon müde ist, sackt sie manchmal zusammen oder ihr Kopf wackelt, weil sie das so aufregt, wenn sie versucht, den Menschen klar zu machen, warum sie mich braucht und dann auch noch jemand schimpft. Dann klingt sie auch ganz komisch und keiner versteht sie. Das sind dann Kataplexien, ein Symptom Ihrer Erkrankung.

Da ist es toll, dass die Menschen, die in dem Zug arbeiten, meistens nur lächeln, wenn sie mich sehen. Manchmal machen sie auch ein Foto von mir und manchmal dürfen wir auch eins von ihnen mit mir machen, wenn sie fragen, ob sie mich streicheln dürfen und ich dann mit ihnen loskuschele.

Bedauerlich ist nur, dass ich mich nie so breit hinlegen darf, wie ich möchte, weil dann immer etwas von meinem Körper im Gang liegt.

Da dies häufig mein Schwanz ist, haben meine Freundin und ich schon früh angefangen, etwas zu üben, das sie „rückwärts einparken“ nennt.

Durch das Training gelingt mir das nun perfekt: wenn wir irgendwo sitzen müssen, wo nur wenig Platz ist, drehe ich mich immer um, und gehe mit mit dem Hinterteil voran soweit zurück, bis es gar nicht mehr geht. So störe ich dann auch niemanden, der an uns vorbei muss.

Häufig ist genau das eine Kritik, die geäußert wird, wenn es darum geht, dass ich überall dabei bin: Der Hund könnte jemanden stören. Das war aber nie der Fall, weil sich noch nie jemand über mich beschwert hat.

Ich sehe fast klein aus, oder? ­čśë

So, genug für heute, nächste Woche geht es weiter.

Danke fürs Lesen, bis bald, Eure Nane