Überweisungen häufig länger als ein Quartal gültig

Manche Patientinnen und Patienten hören in einer Praxis den Satz:„Wir benötigen eine Überweisung für das aktuelle Quartal.“

Oft gehen sie dann zurück zu ihrer Haus- oder Facharztpraxis und lassen sich eine neue Überweisung ausstellen. Das bedeutet zusätzlichen Weg, Wartezeit und unnötige Bürokratie.

Das ist jedoch in der Regel nicht erforderlich.

Warum?

Eine Überweisung gilt nicht nur für das Quartal, in dem sie ausgestellt wurde.

Sie bleibt auch dann gültig:

  • wenn die Behandlung erst im nächsten Quartal beginnt

  • wenn die Behandlung über mehrere Quartale andauert

  • wenn Termine sich ins Folge- oder sogar übernächste Quartal verschieben

Wichtig ist nur, dass die Behandlung noch zum ursprünglichen Grund der Überweisung gehört!

Was bedeutet das für Sie?

In den meisten Fällen benötigen Sie keine neue Überweisung, nur weil ein neues Quartal begonnen hat.

So werden unnötige Wege, zusätzliche Termine und mehr Bürokratie vermieden.

Gibt es Ausnahmen?

Bei hochspezialisierten Fachärztinnen und Fachärzten ist eine Überweisung vorgeschrieben. Dies gilt für folgende Fachrichtungen:

  • Laboratoriumsmedizin
  • Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie
  • Nuklearmedizin
  • Pathologie
  • Radiologische Diagnostik beziehungsweise Radiologie
  • Strahlentherapie
  • Transfusionsmedizin

 

Hier die ausführliche Praxisinformation der KBV (Stand März 2025): https://www.kbv.de/documents/infothek/publikationen/praxisinfo/praxisinfo-ueberweisungen.pdf

Studie: Hauttemperatur beeinflusst Kataplexie oder REM-Schlaf

Eine neue Studie der Universität Bern zeigt erstmals, dass die Hauttemperatur eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Gehirnzuständen spielt. Forschende fanden heraus, dass es im Gehirn spezielle Nervensysteme gibt, die empfindlich auf Veränderungen der Hauttemperatur reagieren.Die Studie zeigt, dass schon kleine Veränderungen der Hauttemperatur beeinflussen, ob das Gehirn in den REM-Schlaf geht oder eine Kataplexie (plötzliche Muskellähmung bei Narkolepsie) auslöst.

Sinkt die Hauttemperatur, steigt die Wahrscheinlichkeit für Kataplexie. Wird die Haut erwärmt, verstärkt sich dagegen der REM-Schlaf, während Kataplexie unterdrückt wird. Verantwortlich dafür sind spezielle Nervenzellen im Hypothalamus (MCH-Neurone), die empfindlich auf Hauttemperatur reagieren und den Wechsel zwischen Schlaf- und Wachzuständen mitsteuern.

Überraschend war, dass die Hauttemperatur zwei sehr ähnliche Zustände mit Muskellähmung – REM-Schlaf und Kataplexie – gegensätzlich beeinflusst.

Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Science Translational Medicine veröffentlicht.

Mehr dazu hier

Neue Empfehlungen zur Narkolepsie-Therapie: Ein Update für die Praxis

Die neuen Leitlinien zur Behandlung der Narkolepsie bei Erwachsenen und Kindern sind online. Die ausführliche Langversion findet sich als PDF- Download hier.

Eine Kurzfassung der Empfehlungen zur medikamentösen Therapie kann hier abgerufen werden.

Eine Übersicht der Dosierungsempfehlungen zu den Medikamenten gemäß der Leitlinie finden Sie auf unserer Website hier.

 

 

GUT ZU WISSEN:

Der Wirkstoff Methylphenidat ist zur medikamentösen Behandlung der Narkolepsie ausschließlich in der unretardierten Form von Ritalin® zugelassen und kann daher in-label verordnet werden.
Alle anderen unretardierten oder retardierten Präparate mit diesem Wirkstoff sind bei Narkolepsie nur im Off-Label-Use verschreibungsfähig.

 

 

 

„Eine Krankheit, die selten ist, bedeutet nicht das sie vernachlässigbar ist.“

Zum Gedenken an Mirko Greco, verstorben am 26.Dezember 2004.

Mirko Greco war 22 Jahre alt. Er starb am 26. Dezember in Termoli an der seltenen Krankheit, Narkolepsie und Kataplexie, an der er seit seiner Jugend litt und gegen die es in Molise/ Italien keine für ihn angemessene Behandlung gab.

Im Alter von 17 Jahren erhielt Mirko nach einer langen diagnostischen Odyssee die Diagnose Narkolepsie Typ 1. Er stürzte vom Balkon im zweiten Stock des Stadtteils Porticone und verstarb durch den schweren Aufprall auf den Asphalt.

Sein tragischer Tod markierte das Ende eines jahrelangen Kampfes um eine angemessene Behandlung – in einer Region Italiens, in der das Gesundheitssystem seinen Bedürfnissen trotz des unermüdlichen Einsatzes seiner Familie oft nicht gerecht wurde.

Wir haben das Interview mit seiner Mutter zu den Umständen seines Todes der italienischen Nachrichtenquelle “Associazione Primonumero – Città in Rete” entnommen und ins Deutsche übersetzt.

Das Originalinterview auf italienisch finden sie hier: https://www.primonumero.it/2025/01/mirko-morto-a-22-anni-cadendo-dal-balcone-la-madre-con-le-cure-giuste-sarebbe-ancora-vivo/1530848959/

 

Seine Mutter, Patricia Trigari Olave (sie stammt aus Chile, einem Land, das Mirko kannte und liebte), erzählt von den dramatischen Erfahrungen, die sie mit Mirko gemacht hat, und von ihrem schwierigen Kampf, damit er die Behandlung erhält, die sein Leben hätte verbessern können: einen Sirup auf der Basis von Natriumoxybat, der europaweit als eines der wirksamsten Medikament zur Bekämpfung von Narkolepsie mit Kataplexie gilt. Obwohl es in Italien erhältlich ist, hängt seine Versorgung von den einzelnen Regionen ab, und in Molise war sie nie gewährleistet. Mirko musste sich alternativen Therapien unterziehen, die starke Nebenwirkungen haben und nur begrenzt wirksam sind.

Patricia möchte mit ihrer Aussage das Bewusstsein für ein Thema schärfen, das nicht nur Mirkos Leben betrifft, sondern auch die vielen Menschen, die aufgrund ihrer seltenen nicht sichtbaren Erkrankung im Stillen unter der Gleichgültigkeit der Aussenstehenden leiden.

Patricia, wann haben Sie gemerkt, dass mit Mirko etwas nicht stimmt?
„Mirko war ein gesunder Junge, der voller Leben steckte. Dann, als er 14 Jahre alt war, änderte sich alles nach einem sehr starken Fieber. Bis dahin hatte er ein normales Leben geführt, aber von diesem Tag an begann er, seltsame und unerklärliche Symptome zu zeigen. Er schlief plötzlich und ohne Vorwarnung ein. In Momenten starker Emotionen, sei es Stress oder Freude, verlor er die Kontrolle über seine Muskeln. Sein Leben änderte sich in einem Augenblick, und wir mit ihm“.

Wie schwierig war es zu verstehen, woran er litt?
„Es war ein langer und frustrierender Weg. Die Symptome waren offensichtlich, aber niemand konnte uns eine Antwort geben. Wir fühlten uns allein in diesem Kampf. Erst als Mirko 17 Jahre alt war, konnten wir im Neuromed-Institut in Pozzilli eine Diagnose stellen: Narkolepsie und Kataplexie. Aber es dauerte drei Jahre, drei Jahre voller Leiden, Zweifel, schwieriger Wege und Missverständnisse.“

Wie hat sich diese Krankheit auf sein tägliches Leben ausgewirkt?
„Verheerend. Mirko konnte nicht vorhersehen, wann sein Körper ihn verraten würde. In einem Moment konnte es ihm gut gehen, im nächsten brach er am Boden zusammen und hatte keine Kraft mehr. In der Schule schlief er plötzlich ein, ohne es kontrollieren zu können, was ihn zum Opfer von Vorurteilen und sogar Mobbing machte. Die Menschen verstehen nicht, was es bedeutet, mit einer solchen Krankheit zu leben. Es war gefährlich für ihn, einfache Dinge zu tun, sogar die Straße zu überqueren, weil jederzeit ein Anfall kommen konnte“.

Nach der Diagnose wurde Ihnen eine wirksame Behandlung zuteil. Wie kam es dazu?
Wir gingen in ein spezialisiertes Zentrum in Bologna, wo man uns erklärte, dass es ein Medikament gibt, das die Lebensqualität von Narkolepsie-Patienten erheblich verbessern kann: Xyrem, ein Sirup auf der Basis von Natriumoxybat. Es wurde uns gesagt, dass das einzige Medikament sei, das bei ihm wirklich wirken könnte, aber es ist nicht überall in Italien für alle Regionen erhältlich.
In Molise wird diese Medikation nicht angeboten, obwohl sie in vielen anderen Regionen vom Gesundheitsdienst unterstützt wird. Wir haben alles versucht, um sie zu bekommen, und sogar einen Wohnortwechsel in Erwägung gezogen, aber die Bürokratie und logistische Schwierigkeiten machten dies unmöglich. Es war wie ein Kampf gegen eine Gummiwand, denn die Zeit verging und Mirko wurde immer kränker.

Wann wurde Ihnen klar, dass die Beschaffung des Wirkstoffes in Molise unmöglich sein würde?
Wir haben alles in unserer Macht Stehende getan, um das Medikament zu beschaffen. Die Situation war schrecklich. Trotz der Hilfe der italienischen Narkoleptikervereinigung wurden uns in Molise nur die Türen vor der Nase zugeschlagen. Die lokalen Strukturen, wie das Zentrum für psychische Gesundheit, boten uns keine konkrete Unterstützung. Jedes Mal, wenn ich versuchte, anzurufen, um den Ernst der Lage zu schildern, war die Antwort immer dieselbe: „Der Arzt ist krankgeschrieben“, „Es gibt eine Warteliste“ oder „Warten wir bis nach den Ferien“.

„Und in der Zwischenzeit litt Mirko“.

Irgendwann hatte man in der Villa Pini eine Lösung für Mirko gefunden. Was hätte geschehen sollen?
„Ja, nach vielen Schwierigkeiten hatte ich über ein Netzwerk von Bekannten erreicht, dass Mirko in der Villa Pini in Chieti behandelt wurde. Er würde von Spezialisten betreut werden, die ihn überwachen und eine geeignete Therapie finden könnten. Er selbst war glücklich, er hatte Hoffnung. Am 7. Januar sollte er die Behandlung beginnen. Endlich, nach Jahren des Kampfes, schien es einen Ausweg zu geben. Doch dann kam Weihnachten, und innerhalb weniger Tage war alles vorbei. Wir hatten nicht einmal Zeit, ihn dorthin zu bringen, weil das Schlimmste passiert war.

Was geschah am 26. Dezember?„Am 26. Dezember ging es Mirko bereits seit einigen Tagen nicht gut. Er wachte verwirrt auf, wusste oft nicht mehr, wo er etwas abgelegt hatte, oder fragte mich, ob er wach sei oder noch schlafe. An diesem Morgen, nach einem ruhigen Frühstück, schlief er plötzlich auf dem Sofa ein. Ich wollte gerade einkaufen gehen, beschloss aber zu bleiben, weil ich dachte, er würde sich Sorgen machen, wenn er mich nicht im Haus sehen würde. Ich habe ihn nicht sofort geweckt, weil ich wusste, dass dies für einen Narkoleptiker gefährlich sein kann. Als er schließlich aufwachte – ich erinnere mich gut daran, dass es 12.50 Uhr war -, um zum Mittagessen zu seinen Großeltern zu gehen, ging er auf den Balkon, als ob er noch schliefe. Er nahm eine Zigarette und ein Feuerzeug und dann… dann habe ich ihn nicht mehr gesehen.“

Er fiel aus dem zweiten Stock. Er schlug mit dem Kopf auf, tödlich. Er fiel, ohne etwas zu merken, mit der Zigarette in der einen und dem Feuerzeug in der anderen Hand. Noch immer in seinen Fäusten geballt. Dies hat mich dann ein wenig getröstet. Ich dachte, er hätte nichts gehört, nichts gemerkt.“

In Ermangelung von Xyrem wurde Mirko eine andere Therapie verschrieben. Wie wirkte sie auf ihn?
Ja, in Molise verwenden sie ein alternatives Medikament, sie sagten uns, es sei besser als nichts, wir müssten uns damit abfinden. Aber die Wahrheit ist, dass es für Mirko verheerende Nebenwirkungen hatte. Es führte zu einer unkontrollierten Gewichtszunahme. Er war schon ein großer Junge, um die 1,80m, aber in letzter Zeit war sein Gewicht auf 150 Kilo angestiegen. Das war ein ernstes Problem, das ihn bedrückte und seinen Zustand verschlimmerte. Und dann war da noch der Balkon. Unser Balkon ist nicht hoch, und sein Gewicht, seine Größe … es dauerte nur einen Augenblick“.

Glauben Sie, dass sein Tod vermeidbar gewesen wäre, wenn man ihn mit dem richtigen Medikament behandelt hätte?
„Ja, ich bin überzeugt, dass sein Tod hätte vermieden werden können. Wenn wir nur Zugang zu diesem Medikament gehabt hätten, wäre sein Leben womöglich anders verlaufen. Ich hätte die volle Verantwortung für die Verabreichung des Medikaments übernommen, die ein gewisses Maß an Vorsicht und Präzision bei der Dosierung erfordert. Aber in einer Region wie Molise zu leben, wo vielen Narkoleptikern die lebenswichtige Behandlung verweigert wird, hat den Unterschied gemacht“.

Haben Sie versucht, die Institutionen in diesem Gebiet um Hilfe zu bitten, auch über Bekannte?                                                                                                                                                                                                      „Wir haben alles getan, um um Hilfe zu bitten. Wir haben uns an Politiker gewandt, an jeden, der uns helfen könnte, aber nichts hat sich geändert. Sie antworteten uns immer mit vagen Versprechungen und sagten, sie würden sehen, was zu tun sei. Aber am Ende wurde nichts getan. Mirko ist tot, und sein Tod darf nicht schweigend hingenommen werden. Viele sollten sich heute schämen, denn wenn er woanders gelebt hätte, wäre er wahrscheinlich noch bei mir und seinem Vater“.

Ich weiß, es ist schwierig, aber ich muss fragen. Hatten Sie nie Zweifel daran, dass Mirko freiwillig vom Balkon gesprungen sein könnte?                                                                                                                         „Niemals, niemals. Und ich habe leider diese Szene gesehen. Ich habe gesehen, wie Mirko auf den Balkon ging, um eine Zigarette zu rauchen, in einem Zustand des Somnambulismus (Schlafwandelns). einem Begleitsymptom, das mit der Narkolepsie einhergehen kann. Aber vor allem weiß ich, dass Mirko das Leben liebte und das Einzige, was er wirklich wollte, war, gesund zu werden, zu leben. Er war ein intelligenter, sensibler Junge, der gerne scherzte und lachte, auch wenn seine Muskeln es ihm nicht erlaubten, laut zu lachen. Er war ein wunderbarer Junge, aber die Krankheit forderte ihren Tribut von ihm. Wenn er zur Schule ging, schlief er oft plötzlich ein und wurde gemobbt. Die Lehrer verstanden das nicht, sie beschuldigten ihn des Trinkens, obwohl er in Wirklichkeit gar nicht trinken konnte, weil seine Krankheit das verhinderte. Es war ein ständiger Schmerz, obwohl es wunderbar war, Mirkos Mutter zu sein. Er war mein einziges Kind und wird immer mein Kind bleiben, unser einziges Kind“.

Patricia, ihr Mann Fabrizio Greco und Mirko kämpften bis zum Schluss, in der Hoffnung, dass die Medizin früher oder später auch bei ihm wirken würde. Aber die Zeit drängte, denn ein Medikament, das im übrigen Italien zur Verfügung stand, war hier in Molise eine verlorene Schlacht, eines jener verweigerten Rechte, die niemand jemals einfordern sollte.

Die Geschichte von Mirko ist jedoch nicht nur ein Schrei des Schmerzes. Sie ist auch ein Aufruf zur Verantwortung. Denn die Institutionen dürfen nicht wegsehen, wenn ein Leben durch Nachlässigkeit ausgelöscht wird, weil die Gesundheitsversorgung kein russisches Roulette sein darf, bei dem der Geburtsort darüber entscheidet, wer Anspruch auf eine Behandlung hat und wer nicht.“

 

Nach den Interviewfragen ruft Patricia zu einem Fackelzug am 1.2.2025 auf, welcher mit großer Beteiligung bereits stattfand.

Der Fackelzug am 1. Februar in Termoli ist (war) ein Akt des Gedenkens an Mirko und ein Zeichen gegen Ungerechtigkeit. Es kann nicht sein, dass man im Alter von 22 Jahren stirbt, nur weil die Behandlung, die anderswo möglich ist, in Molise nicht gewährleistet ist. Wie viele Leben müssen noch aufgrund von Kunstfehlern verkürzt werden? – meint Patricia, die diese Gedanken in den sozialen Medien geteilt hat: „Gerechtigkeit entsteht durch das Engagement und die Verantwortung derjenigen, die einen Beruf ausüben, ob es sich nun um Ärzte, Politiker oder Lehrer handelt. Hier hingegen herrschen Gleichgültigkeit und Ungerechtigkeit.

Am Samstag, den 1. Februar, werden wir um 18.30 Uhr auf der Piazza Monumento „ein Licht in die Dunkelheit dieser Stille bringen: “ Jede Fackel wird ein Aufschrei gegen das Verlassenwerden sein und eine Erinnerung an diejenigen, die die Pflicht hatten und haben, uns zu schützen und uns zumindest das Recht auf Gesundheit zu garantieren.“

Vielleicht hat es dann doch einen Zweck, Mirkos Geschichte zu erzählen.

„Vielleicht öffnet sich irgendwo eine Tür für diejenigen, die wie er leiden, und für die Angehörigen, die sich nicht damit abfinden, das Recht auf eine Behandlung zu verlieren, die den Anforderungen entspricht, die eine seltene Krankheit mit sich bringt. Selten, was jedoch nicht bedeutet, dass es vernachlässigbar ist.“

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Online-Studie: Teilnehmer gesucht

Thema:„Zirkadiane und homöostatische Einflussfaktoren auf geplante Tagesschlafzeiten bei Narkolepsie“

Zielgruppe: Menschen mit und ohne Narkolepsie

Dauer: 30-40 Minuten

Art: anonyme Online-Umfrage
Wir erheben im Rahmen unserer Studie Daten zum Thema„Nickerchen bei Narkolepsie“. Wir möchten herausfinden, wie häufig und unter welchen Bedingungen Nickerchen abgehalten werden, welche Faktoren sich möglicherweise auf die Qualität auswirken und wie sich die Nickerchen am effizientesten gestalten lassen.

Die Teilnahme erfolgt freiwillig und anonym.

Bitte nutzen Sie zum Antworten diesen QR-Code.
Wir freuen uns sehr über Ihre Teilnahme!

Claudia Mevers

Bei Fragen stehe ich Ihnen jederzeit unter
claudia.mevers@uni-wh.de zur Verfügung

Die Umfrage erfolgt im Rahmen eines wissenscha4lichen Forschungsprojektes unter
der Leitung von Herrn Prof. Dr. Kallweit (Professur für Narkolepsie- und
Hypersomnolenzforschung, Universität WiJen/Herdecke).

European Narcolepsy Days – Interessante Inhalte einiger ausgewählter Vorträge (Teil 1)

Im November 2022 war das Narkolepsie-Netzwerk unter den Teilnehmern der European Narcolepsy Days in Bologna/Italien.

In dieser 2-tägigen jährlichen Veranstaltung präsentieren Spezialistinnen und Spezialisten in der Diagnostik, Behandlung und Forschung der Narkolepsie in Vorträgen Neues im Bereich der Erkrankung.

 

 

„Veränderungen über den Schlaf hinaus- was ist charakteristisch für die Narkolepsie“ ( Originaltitel des Vortrags: „Alterations beyond sleep, what is specific for narcolepsy?“) von Professor Gert Jan Lammers beschäftigte sich nicht mit den Symptomen von Narkolepsie, die allgemein bekannt sind, sondern denen, die Narkolepsie Betroffene nur zu gut kennen, aber die selten in der Behandlung beachtet werden.

 

DIE WICHTIGSTEN AUSSAGEN DER PRÄSENTATION:

Das Vorliegen der Hauptsymptome der Narkolepsie Tagesschläfrigkeit, Kataplexien, hypnagoge Halluzinationen, Schlaflähmungen und gestörter Nachtschlaf sind zwar wichtig für die Diagnosestellung – aber nicht ausreichend, um Patienten gut zu behandeln!

Trotz Medikamente sind die Patienten im täglichen Leben weiter eingeschränkt. Über 80% erbringen keine für sie selbst zufriedenstellende Leistung in der Arbeit/ Schule/ Familie. Über 60 % schaffen es nicht mehr, Haushalt, Kochen, etc. wie zuvor zu erledigen.

Folgende Begleitumstände können bei Narkolepsie ebenfalls auftreten und entstehen nicht, so Professor Lammers, wie häufig angenommen durch Nebenwirkungen der Medikation, sondern durch die Erkrankung selbst und sind möglicherweise auch schon vor der Diagnose vorhanden:

  • gestörte Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit
  • Fatigue
  • Übergewicht
  • Angstzustände
  • Depression
  • Störung des autonomen Nervensystems
  • Antriebsarmut/ Apathie

Das Hypocretinsystem (Hypocretin=Orexin) im Gehirn, welches bei Betroffenen von Narkolepsie Typ 1 gestört ist, wirkt nicht nur auf die Schlaf-Wach-Regulation, sondern auch auf andere Funktionen ein. Insbesondere spielt es auch bei der Regulation anderer Neurotransmitter (z.B. Noradrenalin, Serotonin, Histamin) eine Rolle. Diese Bereiche sind demzufolge ebenso durch den Hypocretinmangel betroffen.

Anpassungen des eigenen Verhaltens und des Lebensstils helfen, zwar das fehlende Hypocretin teilweise zu kompensieren. Die oben genannten Begleitsymptome werden jedoch oft nicht abgefragt und tauchen in Tests größtenteils nicht auf.

Professor Lammers stellte auch die Frage in den Raum, ob die Beeinträchtigung der anhaltenden Aufmerksamkeit/ Kognition (dazu zählen u. a. Wahrnehmung, Gedächtnis, Sprache, Denken und Problemlösung) wirklich außerhalb der Hauptsymptome der Narkolepsie bzw. unabhängig von der exzessiven Tagesschläfrigkeit zu sehen ist.

Eine solche Annahme hält er für ein sich beständig haltendes Missverständinis. Diese Symptomatik wird bei von Narkolepsie Betroffenen hauptsächlich von exzessiver Tagesschläfrigkeit hervorgerufen. Eine zusätzliche AD(H)S- Begleiterkrankung kommt nur selten vor.

Das Anliegen Lammers lautet aufgrund seiner Erkenntnisse, dass Ärzte daher ihren Fokus nicht nur auf die Hauptsymptome und deren Häufigkeit richten, sondern auch folgende Bereich im Gespräch erfragen sollten:

  • Wie gelingt das tägliche Leben für den Patienten mit der Erkrankung
  • Welche Einschränkungen bewirken welche Symptome auf das Leben?
  • Wie ist das psychische Wohlbefinden?
  • Wie sieht es mit dem sozialen Leben aus?
  • Wie ist die Lebensperspektive?

 

 

Arbeiten mit chronischer Erkrankung- Teilnehmende für Online-Studie gesucht !

Die TU Chemnitz und die Universität Amsterdam führen eine Online – Studie zum Thema „Arbeitens mit einer chronischen Erkrankung“ durch.

Zur Beantwortung der Fragen werden ca. 20 Minuten benötigt. Ende der Befragung ist der 31. September 2022.

 

Aus dem Studienaufruf:

„Etwa ein Drittel aller Beschäftigten in Unternehmen arbeiten mit einer chronischen Erkrankung. Berufstätige mit einer chronischen Erkrankung unterscheiden sich zum Teil auf sehr unterschiedliche Weise von Berufstätigen ohne eine chronische Erkrankung. Dieser Umstand ist vielen oft nicht bewusst.

Die Universität Amsterdam und die Technische Universität Chemnitz verfolgen mit dieser Studie das Ziel, ein besseres Verständnis zu entwickeln, wie Menschen mit ganz unterschiedlichen chronischen Erkrankungen ihre Arbeitsbedingungen wahrnehmen (Belastungen und Ressourcen). Des Weiteren möchten wir gern wissen, wie sich Unternehmen im Umgang mit chronisch kranken Beschäftigen engagieren und was sich Beschäftigte mit einer chronischen Erkrankung von ihren Unternehmen wünschen.   

Mit Ihrer Teilnahme leisten Sie einen wichtigen Beitrag, die Arbeitssituation von Menschen mit einer chronischen Erkrankung besser zu verstehen und Unternehmen zielgerichteter im Umgang mit chronisch kranken Beschäftigten beraten zu können.

Um an dieser Studie teilzunehmen, müssen Sie die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Mindesalter 18 Jahre
  • Sie haben eine medizinisch diagnostizierte chronische Erkrankung (körperlich oder psychisch)
  • Arbeit in einem Angestelltenverhältnis (mindestens Teilzeit = 20 Stunden/Woche).In Ihrem Job haben Sie Kolleginnen/Kollegen
  • In ihrem Job haben Sie eine/n direkte/n Vorgesetzte/n / eine Führungskraft.

Link zur Studie: https://uva.fra1.qualtrics.com/jfe/form/SV_26xeIXBkCpRgAe2

 

Jede Beteiligung an der Studie verhilft zu neuen Erkenntnissen und nur so kann sich eine Situation ändern, die für viele belastend ist!

Das Narkolepsie-Netzwerk dankt allen Mitmachenden !

 

 

LUMRYZ (vormals FT-218) vorläufig in den USA zugelassen.

Das retardierte Natrium-Oxybat (FT-218, ON-SXB) von Avadel mit nur einer notwendigen Einnahme pro Nacht erhielt die vorläufige Zulassung der FDA als LUMRYZ in den USA.

FT218 wurde als einmalige Dosierung vor dem Schlafengehen zur Behandlung von exzessiver Tagesschläfrigkeit und Kataplexie bei Erwachsenen mit Narkolepsie entwickelt.
Oxybate (Xyrem und Generika in Deutschland) sind derzeit nur als zweimal nächtliche Formulierungen erhältlich. Narkolepsie-Betroffene, die mit gestörtem und/oder unterbrochenem Schlaf zu kämpfen haben, müssen demzufolge mitten in der Nacht für die zweite Dosis aufwachen.

Im Januar 2018 erteilte die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) FT218 den Orphan-Drug-Status für die Behandlung von Narkolepsie. Dies begründete sich durch die Annahme, dass FT218 aufgrund des Vorteils von nur EINER nächtlichen Einnahme für die Patienten überlegen sein könnte.

Am 18. Juli 2022 genehmigte die Food and Drug Administration (FDA) LUMRYZ, so inzwischen der Handelsname von FT218(Natriumoxybat), vorläufig als Suspension zum Einnehmen mit verzögerter Freisetzung zur Behandlung von übermäßiger Tagesmüdigkeit oder Kataplexie bei Erwachsenen mit Narkolepsie.

Die vorläufige Zulassung bedeutet, dass LUMRYZ alle erforderlichen Qualitäts-, Sicherheits- und Wirksamkeitsstandards erfüllt, die für eine Zulassung in den USA erforderlich sind.

Bei endgültiger Zulassung von LUMRYZ durch die FDA in den USA ist davon auszugehen, dass die Zulassung durch die EMA in Europa ebenfalls in nicht allzu weiter Ferne erfolgen

 

Allgemeine Informationen über Orphan Drugs hier

Teilnehmer für Online-Studienumfrage der Universität Witten gesucht

Im Zuge eines wissenschaftlichen Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. med. U. Kallweit wird im Rahmen einer Doktorarbeit eine Studie zum Thema „Fatigue bei ZNS-Hypersomnolenzen“ durchgeführt.

ZNS-Hypersomnolenzen ist der Oberbegriff für Schlaferkrankungen, bei welchen insbesondere das Symptom der schwer ausgeprägten Tagesschläfrigkeit im Vordergrund steht. Beispiele für ZNS-Hypersomnolenzen sind unter anderem Narkolepsie Typ 1 und 2 und Idiopathische Hypersomnie.

Für diese Studie werden Betroffene von Narkolepsie, IHS und ähnlichen Erkrankungen gesucht, die mit Ihrer Teilnahme an der Umfrage helfen möchten, die Forschung in diesem Gebiet zu unterstützen.


Aus dem Inhalt des Informationsblattes der Studie:

Was ist Fatigue?
Bei Fatigue handelt es sich um eine ausgeprägte subjektive geistige oder körperliche Abgeschlagenheit. Diese Abgeschlagenheit ist unabhängig von zuvor erfolgter körperlicher
Betätigung und auch durch eine angemessene Ruhe- oder Schlafphase tritt keine Erholung ein.

Ziele der Studie
Wir möchten herausfinden, ob Fatigue- Beschwerden verstärkt bei den verschiedenen ZNS-Hypersomnolenzen auftreten, ob eine Unterscheidung zwischen geistiger (kognitiver) und körperlicher (motorischer) Fatigue zu erkennen ist und ob Fatigue als Leitsymptom oder Diagnosekriterium bei einer oder mehrerer der o.g. Krankheitsbilder genutzt werden kann.

Auf diese und weitere Fragen wollen wir mit Hilfe dieser Online-Studie Antworten finden.

Folgende Themenbereiche sind Inhalte der Umfrage:

allgemeine Daten, Beschwerden (Symptome), Diagnosen, Medikation, körperliche Aktivität, Fragen zur Lebensqualität und noch einige freie Fragen.

Die Bearbeitung dauert in der Regel ca. 40 Minuten und muss nur ein Mal durchgeführt werden. Sollten Sie eine kleine Pause benötigen, können Sie den Fragebogen zwischenspeichern und zu einemanderen Zeitpunkt fortsetzen.
Sie haben ebenfalls die Möglichkeit, die Befragung jederzeit abzubrechen, wenn Sie sich nicht mehr in der Lage fühlen den Fragebogen auszufüllen.

Die komplette Umfrage ist anonym.


Interessenten finden die Studie unter https://limesurvey.uni-wh.de/index.php/158696?lang=de oder nutzen den QR-Code, welcher direkt zum Fragebogen führt.