Nane in Ausbildung – Teil 10

Hallo, hier bin ich wieder, die Nane !

Heute erzähle ich Euch von meinem Assistenzhundetraining gestern. Jutta, meine Trainerin kam zu uns in den Ort und brachte Ihre 2 eigenen Hunde Vinia und Lenny mit.

Weil ich vor ein paar Wochen einen überraschenden Zusammenstoß mit einem Schäferhund hatte, bin ich jetzt etwas vorsichtig, wenn ich andere Hunde treffe. Mir ist zwar körperlich nichts passiert, als ich „zusammenstieß“, aber nun ist mir immer etwas arg mulmig, wenn ich andere Hunde treffe, die nicht sofort begeistert zeigen, dass sie sich freuen, mich zu sehen. Wenn die dann auch noch bellen, grusel`ich mich ein wenig, bin mir nicht sicher, ob ich da vorbei gehen kann und schaue immer weg.

Deswegen waren Juttas Hunde dabei, damit ich mich wieder etwas wohlfühlen lerne. Aber mit den beiden gab es gar kein Problem. Ich fand sie supertoll, vielleicht, weil die sich auch freuten und gleich mit mir spielen wollten.

Natürlich haben wir auch ganz viel trainiert und das war ganz schön schwer, denn viel lieber hätte ich natürlich mit meinen neuen Freunden weitergespielt.

Da zeigte sich dann auch noch eine meiner „Baustellen“: In geschlossenen Räumen und an der Leine funktionieren alle Dinge, die ich können soll, meistens prima. Aber wenn ich abgeleint bin, trödele ich mal hier hin und mal da hin. Es sehen ja auch noch viele Dinge so toll aus und riechen noch viel besser.

Weil das so ist, bekomme ich dann aber gar nicht mit, wenn Katrin umfällt oder im automatischen Verhalten einfach weitermarschiert. Das muss ich noch lernen. Ich bin zwar nicht dauernd im Dienst, aber es wäre ja gar nicht schlecht, wenn ich auch dann weiß, was ich zutun habe, wenn ich gerade nicht offiziell mit meiner Freundin unterwegs bin. Aber das bekomme ich natürlich bestimmt auch noch hin.

Auf dem nächsten Foto seht Ihr, wie toll ich Katrin schützen und beruhigen kann, wenn sie im Haus eine Kataplexie hat (war aber nur Training 😉 )

So, jetzt wollen wir uns noch eine Gassirunde gönnen. Nächste Woche stehen viele Termine an, ich bin gespannt, was ich dann zu berichten habe.

Bis dahin lasst es Euch gut gehen und ich hoffe, Ihr seid nächstes Mal wieder dabei.

Eure Nane

Nane in Ausbildung – Teil 2

Hallo, ich bin´s wieder, Nane!

Heute erzähle ich Euch, warum es für meine Freundin so wichtig ist, dass ich sie überall hinbegleiten darf.

Ein Symptom der Narkolepsie heißt „automatisches Verhalten“. Das kann man sich quasi so vorstellen, dass Katrin eigentlich schläft, ihr Körper dies aber nicht mitbekommen hat und sie dann einfach mit dem weitermacht, was sie vorher tat. Nur meistens nicht besonders sinnvoll.

Das kann für Beobachter sehr irritierend sein, z.B. wenn sie gerade beim Einkaufen etwas aus dem Regal nimmt und dann plötzlich anfängt, die gesamten Waren, die dort stehen, in den Einkaufswagen zu packen. Oder sie läuft immer die Gänge auf und ab ohne zu stoppen.

Wenn ich merke, dass sie sehr müde ist, lege ich mich einfach hin und hindere sie damit am Weitergehen, weil sie ja quasi „an mir hängt“. Dadurch ist sie dann vorgewarnt. Ich kann mich auch vor sie setzen, um zu verhindern, dass sie an die Regale kommt.

Wenn sie zu lange in der Gegend herumsteht, stupse ich sie einfach an. Sonst kann sie da mit offenen Augen minutenlang zubringen. Deswegen ist es sehr wichtig, dass ich weiß, dass ich in Läden nichts anschnüffeln darf, immer an ihrer Seite bleibe und sie gut im Blick behalte.

Manchmal ganz schön schwierig, denn es riecht soooo lecker! Aber da bin ich inzwischen so gut wie immer Profi.

Ganz toll ist es, dass es in den Läden nie Probleme damit gibt, dass ich dort mit reinkomme. Im Gegenteil, dort, wo Katrin immer einkaufen geht, kennt man uns schon und alle Angestellten sind sehr lieb zu mir. Auch die anderen Kunden fragen selten nach, denn ich trage ja meine riesige Kenndecke, auf der steht, dass meine Freundin mich braucht.

Auch bei REWE kennt man mich,

Angst um die Hygiene der Lebensmittel muss ebenfalls niemand haben, wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in einem Brief an die Stiftung Assistenzhund bestätigte.

Den Brief kannst Du hier nachlesen.

So, nächste Woche berichte ich Euch dann, wo es für Katrin richtig gefährlich wird, wenn sie sich im automatischen Verhalten befindet und was ich dann bereits mache und in Zukunft noch lernen muss, um ihr zu helfen und sie zu schützen.

Ich freue mich auf Euch,
Eure Nane

Nane in Ausbildung – Teil 1

Hallo,

ich bin’s wieder: Nane.

Jeder zukünftige Assistenzhund muss zu den Bedürfnissen seiner zukünftigen Halterin bzw. seinem zukünftigen Halter passen. Umgekehrt genauso. Beide sollen ein eingeschworenes Team werden, bei dem sich jeder immer auf den anderen verlassen können muss.

Meine Freundin am Ende der Leine hat viele Kataplexien, die sich nicht immer mit Medikamenten unterdrücken lassen. Vor allem, wenn sie müde ist. Das bedeutet, dass sie dann ohnehin schon sehr von allen Eindrücken überlastet ist, manchmal wie betrunken wirkt und alles, was sie dann erschreckt oder ein starkes Gefühl bei ihr hervorruft, eine Kataplexie bringen kann. Im schlimmsten Fall sackt sie dann zu Boden.

Heute beginne ich damit, Euch zu erzählen, warum gerade ich mich zur Hilfe bei Katrin eigne, und wie diese Eignung zum Lernen meiner zukünftigen Arbeit genutzt wird.

Beim Üben unterstützen mich meine Assistenzhundetrainerin Jutta und eine zweite Hilfe, Xenia, die oft kommt, weil Katrin eben doch häufig zu müde ist, um mit mir draußen neben dem Gassi gehen zu trainieren.

Gerade wenn wir draußen sind, ist das natürlich gefährlich. Ich kann nicht erspüren, was als nächstes kommen kann, denn dazu müsste ich ja in die Zukunft schauen können. Aber ich spüre dann, dass Katrin sehr müde ist (manchmal merkt sie selbst das nicht einmal) und ICH soll dann extra aufmerksam sein und sie immer wieder anstupsen, damit sie das weiß. Das kann ich auch schon großartig.

Sollte sie plötzlich nach vorne fallen oder ihre Knie zusammensacken, soll ich sie so gut wie möglich abfangen, damit sie sich beim Fallen nicht verletzt (Das musste man mir übrigens gar nicht beibringen – da kam ich von selbst drauf! Nur vergesse ich es manchmal dann doch, dass ich das kann und bin ein Hauch zu spät dran. Hups…) Dann lege ich mich schon fast immer neben sie, den Kopf auf ihrer Brust und gebe ihr die Ruhe und Sicherheit, bis sie wieder „da“ ist.

Als Leonbergerin passe ich aufgrund meiner Größe und auch Stabilität für eine solche Aufgabe natürlich wunderbar.

Noch dazu bin ich von Natur aus ein ruhiges Exemplar und kann damit sehr ausgeglichen wirken, wenn Katrin ohnehin schon durch die herannahenden Schlafattacken, die sie dann nicht verhindern könnte, unter inneren Stress steht. Würde ich dann ein hibbeliger Charakter sein, an der Leine ziehen, zu anderen Hunden wollen oder mich durch etwas Interessantes ablenken lassen – DAS ginge gar nicht. Von mir sagt man eher, dass ich ganz viel Ruhe ausstrahle, mich nichts aus dem Konzept bringt und es selbst auch liebe, ganz nah bei meiner Freundin zu sein.

Hier bin ich mit meiner zweiten Trainerin Xenia zu Beginn meines Lernens der Kataplexieaufgaben vor 6 Monaten.

Erstmal musste ich ja lernen, was ich machen soll, wenn da „jemand“ liegt, der mit mir Gassi geht (ist gar kein Gassi, aber das habe ich erst später gemerkt ?).

Am schwersten fällt mir immer noch, nicht ganz viel Platz um mich herum einzunehmen. Ich mache es mir halt beim Arbeiten gerne gemütlich, ähem.

Bis nächste Woche – ich freue mich auf Euch!
Eure Nane

Portraitfoto von Nane

Nane stellt sich vor

Hallo,

ich bin Nane.

Ich bin Maskottchen und für Katrin vom Narkolepsie-Netzwerk in der Ausbildung zum medizinischen Assistenzhund für Narkolepsie.

In Zukunft möchte ich gerne davon berichten, was ich so in meiner Ausbildung erlebe, was ich für meine Freundin am anderen Ende der Leine lerne oder schon mache, damit sie endlich wieder unabhängiger durchs Leben gehen kann und ihr nichts passiert.

Ich bin eine Leonberger-Hündin, inzwischen 2 Jahre alt, 70 cm groß und 50kg schwer. Bis ich mit 9 Monaten zu Katrin kam (da hieß ich noch Bonny) bin ich mit meiner Züchterin Brunhilt Wendel (Zwinger „Löwe von der Ostalb“) in Begleitung von ausgebildeten Verwandten als Besuchshund bei älteren Herrschaften in einer „Residenz“ gewesen. Darum bin ich vermutlich auch so ein Kuschelmonster…

Nane als Welpe

Aber irgendwann ist dann Katrin mit meiner Assistenzhundetrainerin Jutta („Ausbildungszentrum für helfende Hunde“) in mein Leben getreten, weil sie unseren Welpen- Nachwuchs anschauen wollten.

Ich weiß gar nicht, wie es kam, jedoch war dann plötzlich ich bei ihr und gar kein Welpe mehr.

Bevor ich mit meiner Eingewöhnung und dann Ausbildung beginnen konnte, bin ich aber, als meine neue Freundin eine Schlafattacke hatte, entwischt und einen Monat allein auf großer Tour in der Schwäbischen Alb unterwegs gewesen. Ich sage nicht, wo ich war, aber mir ging es gut, als ich mich finden ließ.

Eigentlich hieß ich auch damals schon Nane, seitdem ich bei Katrin gelandet bin, weil sich zeitgleich das NARKOLEPSIE-NETZWERK bildete, als sie mich bekam und sie es so passend für mich als zukünftiges Maskottchen fand.

Aber da ich den Namen ja noch gar nicht richtig kannte, als ich entwischt bin, blieb ich erstmal offiziell „Bonny“.

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So… jetzt wisst Ihr ein bisschen über mich. Wenn ich das nächste Mal schreibe, erzähle ich Euch,

  • warum ausgerechnet ich mich eigne, Katrin zu helfen,
  • welche Aufgaben ich als helfender Hund zu lernen habe (und viele auch schon fast perfekt kann)
  • wie ich das lerne
  • was mir so auf dem Weg bis zur Assistenzhunde-Prüfung passiert
  • und alles was mir einfällt…

Ich freue mich sehr, wenn Ihr dann wieder dabei seid.

Bis dann
Eure Nane

Beitragsreihe Assistenzhund

Wir starten eine neue Beitragsreihe „Aus dem Alltag eines zukünftigen Assistenzhundes“.

In dieser berichten wir von Nane, einer Leonberger-Hündin in Ausbildung, regelmäßig, welche Aufgaben sie als helfender Hund zu lernen hat, wie sie darauf trainiert wird, diese zu erfüllen und was sie auf dem Weg bis zur Assistenzhunde-Prüfung erlebt.

Hier stellt sich Nane schon einmal vor.

Der Blog von Nane wird ab dem 06.06. jeden Samstag um einen weiteren Teil ergänzt.